Gassner junior glänzt in der WM

(Teaminfo) Kaum hatte sich Hermann Gassner junior beim DRM-Finale die Krone des Deutschen Meisters aufgesetzt, ging es für ihn und Co-Pilotin Kathi Wüstenhagen auf internationalem Parkett weiter: Beim finalen Lauf der Rallye-WM in Großbritannien machten die deutschen Youngster mit schnellen Zeiten auf sich aufmerksam. Und das, obwohl die Fahrt durch Wales zunächst durch technische Probleme eingebremst wurde.

Nach dem Rallye-WM-Lauf in Sardinien durfte der frisch gebackene DRM-Champion bei der Rallye Großbritannien erneut für das indische Team TSI Racing im Rahmen der Produktionswagen-WM (PWRC) an den Start gehen. Hoch motiviert und voller Elan nahm der Youngster auf der Testsonderprüfung letzte Einstellungen an seinem Mitsubishi Lancer Evo 9 vor, ehe es am Freitag zur ersten Etappe in den hohen Norden von Wales ging. Nach einigen Anlaufschwierigkeiten fand sich der 20jährige zusehends mit den sehr selektiven und schnellen Streckenverhältnissen zurecht. Doch kurz nachdem der Bayer seinen Rhythmus gefunden hatte, bremste ihn ein gebrochenes Hinterachsdifferential ein, was ihn zur vorzeitigen Aufgabe zwang: „Das Hinterdiff war nagelneu. Wir müssen nun zu Hause prüfen, warum es so plötzlich kaputt ging“, resümierte Hermann Gassner junior die Ereignisse.

Dank des SupeRally-Systems konnte das Kathrein-Renn-und-Rallyeteam an den beiden folgenden Rallyetagen noch teilnehmen, musste sich allerdings mit einer 15minütigen Zeitstrafe abfinden. Ein Rang unter den Top fünf der PWRC war somit nicht mehr in Reichweite. Doch der Deutsche Rallyemeister ließ sich davon nicht entmutigen und verdeutlichte auf den folgenden Wertungsprüfungen seine fahrerische Entwicklung: Während er im vergangenen Jahr bei der Wales RallyGB noch über zwei Sekunden pro Wertungskilometer auf die Spitze der PWRC verlor, reduzierte sich der Abstand in diesem Jahr auf unter eine Sekunde. Gassner junior fuhr mehrere Top-Fünf-Zeiten ein und glänzte am Sonntag auf der letzten Sonderprüfung sogar mit einer dritten PWRC-Zeit. Damit stellte der junge Deutsche erneut sein Entwicklungspotenzial unter Beweis und empfahl sich für höhere Aufgaben.

Trotz der erheblichen Zeitstrafe beendete der von der ADAC Stiftung Sport geförderte Junior die Rallye nach knapp 350 Wertungskilometern auf dem achten Platz in der PWRC-Wertung und bringt einen Punkt nach Hause. Das Fazit des Surheimers fällt positiv aus: „Bei der Rallye hat es fast ununterbrochen geregnet. Typisches englisches Wetter eben. Aber das hat mir wenig ausgemacht, und ich habe mich auf den Prüfungen richtig wohl gefühlt. Schade, dass wir am Freitag nicht weiterfahren konnten. Ohne die Zeitstrafe wären wir unter den besten Drei der PWRC gelandet. Aber: That’s rally!“

Für den neuen Deutschen Rallye-Meister geht es nun in die Saisonplanung für 2010. Gassner: „Ein S2000-Projekt in der Weltmeisterschaft wäre super. Darum kämpfen wir derzeit und sind auf Sponsorensuche. Dabei helfen uns hoffentlich die TV-Ausstrahlungen beim Fernsehsender RTL.“ Die finale Veranstaltung für Hermann Gassner junior findet am ersten November-Wochenende statt. Beim ADAC rallyesprint.eu möchte er den Fans vorrangig eine gute Show liefern und bringt erneut seinen Mitsubishi Lancer Evo 9 an den Start.