Heißer Herbst für Sepp Wiegand

Erneut im Fiesta R2: Wiegand / Harloff(Teaminfo)Mit einem sechsten beziehungsweise siebten Gesamtplatz sowie einem Divisions- beziehungsweise Klassensieg bei den letzten beiden Rallyes in Bad Schmiedeberg und an der Ostsee setzt Sepp Wiegand seine erfolgreiche Saison konsequent fort. Der Nachwuchspilot geht somit perfekt vorbereitet und hoch motiviert in das Finale der Rallyesaison 2011. Beim letzten Wertungslauf zur DRM im Saarland will der Sachse nicht nur Punkte für einen möglichen Vizemeistertitel, sondern auch weitere Erfahrungen im Ford Fiesta R2 sammeln. Schließlich will der 20-Jährige nur wenige Tage später beim WM-Lauf in Frankreich sowohl Fans als auch Experten überzeugen.

Die ADAC Saarland-Rallye (22. - 24.09.2011) ist auch in diesem Jahr der letzte Wertungslauf für die Deutsche Rallye Meisterschaft (DRM). Sepp Wiegand und Claudia Harloff (Zwönitz / Chemnitz) wechseln dabei vom Suzuki Swift auf den Ford Fiesta R2. In Division 4 treffen die beiden Sachsen auf den Favoriten und Lokalmatador Lars Mysliwietz. Der aus Piesbach stammende Rallyepilot gewann im Vorjahr die Division und wurde Gesamtdritter der Deutschen Rallye Meisterschaft (DRM). „Lars Mysliwietz und Oliver Schumacher haben nicht nur viel Erfahrung, beide kennen auch die Strecken im Saarland bestens“, erklärt Rallyepilot Wiegand.

Schon beim ersten Fiesta-Auftritt im Rahmen der Rallye Deutschland überzeugte Wiegand Doch chancenlos ist der Youngster auf keinen Fall, schließlich konnte sich Wiegand mit seinem Ford Fiesta R2 bei den beiden DRM-Wertungsläufen im Rahmen der Rallye Deutschland gegen den Seriensieger im Citroën C2R2max durchsetzen. „Wir fahren nicht auf Ankommen. Wir wollen die bei der Rallye Deutschland gewonnen Erkenntnisse umsetzen und um den Sieg in der Division mitfahren“, formuliert der Nachwuchspilot seine Zielstellung. Wiegand liegt nach sechs Wertungsläufen mit 134 Punkten auf dem dritten Platz der Deutschen Rallye Meisterschaft und hat somit gute Chancen auf im Wettstreit um eine Podiumsplatzierung.

Für Wiegand steht im Saarland aber nicht nur der Kampf um den Vizemeistertitel in der DRM im Mittelpunkt, sondern vielmehr will sich der Rallyepilot optimal auf den Wettstreit mit den internationalen Nachwuchspiloten in der WRC-Academy vorbereiten. Nach der Premiere im Rahmen der Rallye Deutschland geht der Youngster beim WM-Lauf in Frankreich (30. September –2. Oktober) erneut an den Start. „Bei der Rallye du Rouergue haben wir bereits einen Eindruck von den anspruchsvollen französischen Prüfungen bekommen. Die Teilnahme am WM-Lauf ist für uns eine große Herausforderung. Wir werden unser Bestes geben, um einweiteres gutes Resultat einzufahren“, erklärt Wiegand voller Vorfreude. Für den Youngster könnte der erneute Auftritt in der WRC-Academy ein wichtiger Schritt auf dem Weg zu einer vollständigen Saison in der WM-Nachwuchsserie sein. „Ich hoffe, dass wir nächstes Jahr regelmäßig in der WRC-Academy fahren können. Die Strecken, die es in der Weltmeisterschaft gibt, sind mit denen in Deutschland einfach nicht zu vergleichen und da lernt man eben unheimlich viel“, berichtet Wiegand. Aber genaueres kann Wiegand derzeit nicht sagen: „Der Rallyesport ist sehr kostenintensiv und daher sind wir ständig auf der Suche nach Sponsoren. Mein Team gibt auf alle Fälle sein Bestes, um mir eine Teilnahme an einer internationalen Meisterschaft zu ermöglichen.“

Argumente für potentielle Sponsoren liefert der 20-Jährige nahezu wöchentlich. Bereits in seiner ersten Rallyesaison ist Wiegand im ADAC Rallye Junior Cup auf Meisterkurs. Im kleinen Suzuki Swift feierte der schnelle Youngster bei fünf Starts den fünften Divisions-Sieg. Mit einem der leistungsschwächsten Fahrzeuge im Feld fuhr er beim ersten Finallauf bis auf den siebten Gesamtrang nach vorne. „Ich hätte bei der Starterliste nie geglaubt, dass ich neben den Punkten für den Divisions-Sieg auch noch zwei Zusatzpunkte für die Gesamtwertung erreichen könnte“, strahlte der Nachwuchspilot, der neben dem möglichen Titel im ADAC-Junior-Cup sogar Chancen auf den Sieg im ADAC-Rallye-Masters hat. Vor dem Finale bei der ADAC 3-Städte-Rallye (21. – 22. Oktober) führt Wiegand die Meisterschaft des Rallyenachwuchses mit 105 Punkten deutlich an. 23 Zähler zurück liegt der ebenfalls 20- jährige Valentin Hummel (Bensheim). Im ADAC-Rallye-Masters liegt der Youngster mit sechs Punkten Rückstand auf den führenden Holger Knöbel auf dem zweiten Platz. „Mit dem Suzuki ist es eigentlich unmöglich, am Ende das ADAC Rallye Masters zu gewinnen. Dafür sind die weitaus stärkeren Fahrzeuge einfach zu sehr im Vorteil und es ist schwer, mit dem kleinen Auto bei normalen Bedingungen in die Gesamtpunkte zu fahren. Naja, vielleicht schneit oder regnet es aus Kübeln, da kann ich meinen PS-Nachteil ein wenig wegfahren. Wir werden alles geben, um im Masters eine gute Platzierung zu erreichen. Das Hauptaugenmerk liegt aber auf dem ADAC-Rallye-Junior-Cup“, erklärt Wiegand abschließend.