Die wichtigsten Rallye-Regeln

Die wichtigsten Rallye-Regeln

Die DRM (Deutsche Rallye-Meisterschaft) wird nach einem Reglement ausgetragen, das sich in der Praxis bewährt hat und das im Kern seit Jahren stabil bleibt. Mit ihm gelingt es, vom Allrad-Turbo bis hin zum agilen Kleinwagen die unterschiedlichsten Fahrzeuge in einem gemeinsamen Championat zusammenzufassen. Diese diffizile „Quadratur des Kreises“ wird durch das ausgeklügelte Regelwerk möglich, das auch für anderes Serien oft schon richtungweisend war: Sogar die Verantwortlichen in der Rallye-Weltmeisterschaft haben in den vergangenen Jahren Veränderungen eingeführt, die die gleiche Intention haben wie die DRM. Mit einem leichten Update des Reglements für die Saison 2012 wurden die bisherigen Regelungen konsequent weiter entwickelt und erneut an die aktuellen Bedürfnis der Aktiven angepasst.

Zur Teilnahme an der DRM 2012 ist eine enorme Bandbreite an Fahrzeugen zugelassen. So dürfen sich im Starterfeld Boliden tummeln, die nach den Reglements der Gruppen A, N, R1, R2, R3, R4, Super 1600, Super 2000 Rally, GT2 (N-GT), GT3 und RGT aufgebaut wurden. Auch die Dieselfraktion hat eine reiche Auswahl und kann mit N-Diesel, R3D sowie nicht homologierten Diesel-Fahrzeugen, für die ein der Gruppe N entsprechendes DMSB-Datenblatt erstellt ist, starten.

Eckpunkte des Technischen Reglements

Neben den klassischen Gruppe-N-Fahrzeugen (seriennah) und den verbesserten Gruppe-A-Fahrzeugen, die jeweils in Hubraumklassen eingeteilt wurden, sind in der DRM auch Dieselfahrzeuge und die spektakulären GT-Fahrzeuge erlaubt. Auch die Fahrzeuge der FIA-Klassen Rallye Super 2000 und Rallye 1 bis Rallye 4 (kurz: R1 bis R4) sind schon seit Jahren in der DRM start- und punkteberechtigt.

Die R1-Fahrzeuge (Rallye 1A bis 1.400 ccm und Rallye 1B bis 1.600 ccm) sind seriennah aufgebaut. Die Renner in der R2-Kategorie sind – auf der Basis der Gruppe A – verbesserte Rallye-Fahrzeuge bis 1.600 ccm Hubraum. Deutlich mehr Technik wird in der Rallye-3-Klasse bis 2.000 ccm verbaut. Sie entspricht knapp dem Leistungsstand der früheren Kit-Cars. Seit 2011 ist auch die neue R4-Klasse der FIA in das DRM-Regelwerk aufgenommen worden.

Die „Königsklassen“ der DRM, in denen meist um den Gesamtsieg gefightet wird, sind die Divisionen 1 und 2. In Division 1 finden sich die Super2000-Fahrzeuge und Teams mit GT-Boliden. Die besten Gruppe-N-Teams mit ihren Mitsubishi Lancer oder Subaru Impreza treten in der Division 2 an.

Die Fahrzeuge der Teams aus den nationalen Gruppen F, H, G und AT-G durften immer schon an den Läufen zur DRM teilnehmen. Seit 2010 bekommen sie auch Meisterschaftspunkte. Sie werden in drei leistungsgerecht zusammengefügten Divisionen (Divisionen 7 bis 9) zusammengefasst. Im Gegensatz zu den Teams der Divisionen 1 bis 6 erhalten Sie allerdings keine Punkte für die Gesamt-Meisterschaftswertung, sondern fighten – wie übrigens die Starter in allen weiteren Divisionen auch – um den Divisionssieg. Ihr Vorteil: Diese Teilnehmer müssen sich nicht in die Meisterschaft einschreiben und müssen somit auch keine Einschreibegebühr zahlen.

Die Divisionen im Überblick

In der DRM wird der Meistertitel von den Piloten der Divisionen 1 bis 6 ausgefahren:

Division 1
In der „Königsklasse“ treten Kraftprotze wie der Porsche 911 oder ein Skoda Super 2000 gegeneinander an. Zugelassen sind die neuen S2000-Rally-Fahrzeuge mit Allradantrieb und entweder Saugmotoren bis 2.000 ccm Hubraum oder Turbomotoren mit bis zu 1.600 ccm Hubraum und Restriktor. Zudem die neuen R4-Fahrzeuge sowie die spektakulären GT-Fahrzeuge (GT2 und GT3) der Gruppe A ohne Allradantrieb.

Division 2
Hier ist die Heimat der klassischen Top-Runner aus der Gruppe N – etwa Mitsubishi Lancer oder der Subaru Impreza. Zugelassen sind Fahrzeuge der Gruppen N über 3.000 ccm Hubraum mit Allradantrieb und Fahrzeuge der Gruppe A über 2.000 ccm Hubraum ohne Allradantrieb.

Division 3
Die Division 3 gehört den schnellen Rallye-Flitzern (Super-1600- und R3-Fahrzeuge). Zugelassen sind hier Super-1600-Fahrzeuge, aus der Gruppe RALLYE die Versionen R2C, R3C und R3T, Gruppe-A-Fahrzeuge über 1.600 ccm bis 2.000 ccm Hubraum und Gruppe-N-Fahrzeuge über 2.000 ccm – bis 3.000 ccm sowie über 3.000 ccm ohne Allradantrieb.

Division 4
Diese Division wurde für reinrassige Privatiers auf seriennahen Fahrzeugen konzipiert. Nachdem diese Kategorie lange vom Honda Civic Type R als typischem Vertreter dominiert wurde, sind es nun die R2-Fahrzeuge, die um den Divisionssieg kämpfen. Zugelassen sind Gruppe-N-Fahrzeuge über 1.600 ccm bis 2.000 ccm Hubraum, sowie Gruppe-A-Fahrzeuge über 1.400 ccm bis 1.600 ccm Hubraum inklusive R2B.

Division 5
Die Division der „großen Kleinen“ – hier finden sich typischerweise Markenpokal-Fahrzeuge wie der Suzuki Swift. Diese Division kann den preiswerten Einstieg in die Rallye-Topliga ebnen. Zugelassen sind Gruppe-N-Fahrzeuge bis 1.600 ccm Hubraum inklusive R1A und R1B, außerdem Gruppe A-Fahrzeuge bis 1.400 ccm Hubraum. Allrad-Antrieb und Turbomotoren sind verboten.

Division 6
In die Divisionen 1-5 werden keine Dieselfahrzeuge eingeordnet, sie treten alle in der Division 6 gegeneinander an. Zugelassen sind homologierte Dieselfahrzeuge mit einem effektiven Hubraum bis 2000 ccm in der Gruppe N und R3D sowie nicht homologierte Fahrzeuge, für die ein dem Gruppe N entsprechendes DMSB-Datenblatt erstellt ist.

Divisionen 7 bis 9
In die drei nationalen Divisionen 5 bis 7 werden die Fahrzeuge der Gruppen F, H und G sowie AT-G nach ihrer Leistungsfähigkeit absteigend eingeteilt. Diese in der Saison 2010 neu eingeführten Divisionen wurden bewusst so gestaltet, dass die Hürde für den DRM-Einstieg möglichst niedrig liegt. So ist etwa eine Einschreibung nicht notwendig, und deshalb entfällt für Piloten dieser Divisionen auch die Einschreibegebühr.

Noch mehr Chancengleichheit und Sicherheit

Zu den wichtigsten Änderungen im technischen Reglement der neuen DRM gehören auch Regelungen, die die Meisterschaft noch sicherer machen und den fairen sportlichen Wettbewerb weiter fördern. Unter dem Motto „safety first“ ist deshalb schon seit 2009 in den Divisionen 1 bis 6 die Verwendung eines FIA-homolgierten Kopfrückhaltesystems – wie etwa HANS oder FHR – vorgeschrieben. Für die Divisionen 7-9 ist die Verwendung empfohlen.

Eckpunkte des sportlichen Reglements

Sieben Veranstaltungen zählen 2012 zur Deutschen Rallye-Meisterschaft. Mit dabei ist auch der Deutsche Lauf zur Rallye-Weltmeisterschaft, die ADAC Rallye Deutschland. Die DRM-Events sind Rallyes mit jeweils einer Tageswertung, auch wenn die Wertungsprüfungen an zwei unterschiedlichen Tagen ausgetragen werden. Das typische Veranstaltungsformat umfasst eine kurze erste Etappe am Freitagabend sowie einen langen Rallyetag am Samstag. Nur beim WM-Lauf wird auf der Freitags- bzw. Samstags-Etappe je eine Tageswertung ausgetragen. Zur DRM zählen somit acht Tageswertungen.

Die Punktevergabe

Punkte erhalten die in der DRM fest eingeschriebenen Starter für ihre Platzierung im Gesamtergebnis sowie für die Platzierung in ihrer Division. Die Punkte für das Gesamtergebnis (bisher 15, ab sofort maximal 25) wurden 2012 an das WM-Reglement angepasst und im Vergleich zu den Zählern für die Divisionswertung (maximal 15) angehoben.

Starter, die nicht in der Meisterschaft eingeschrieben sind, beeinflussen die Punktevergabe auf zweifache Weise. Zum einen werden ihre Platzierungen bei der Punktevergabe berücksichtigt, eingeschriebene Teilnehmer rücken in der Punktewertung nicht auf. Zum zweiten werden Punkte in den einzelnen Divisionen nur dann vergeben, wenn in ihnen drei Fahrzeuge gestartet sind – unabhängig davon, ob es sich um eingeschriebene (und damit punktberechtigte) Teams handelt oder um nicht eingeschriebene Starter. Gehen in einer Division weniger als drei Teams an den Start, so wird die Division mit der nächst höheren zusammengelegt. Ist eine Zusammenlegung nicht möglich (Division 1 und 6), so werden für die Platzierung in der Division nur die Hälfte der Punkte vergeben.

In den nationalen Divisionen 7 bis 9 werden nur Punkte im Divisionsklassement vergeben. Auch hier gilt, dass bei weniger als drei Startern die Punktezahl halbiert wird.

Punkteschema für die Platzierung im Gesamtklassement

Pos.

1 2 3 4 5 6 7 8 9 10

Pkt.

25 18 15 12 10 8 6 4 2 1

Punkteschema für die Platzierung in der Division

Pos.

1

2

3

4

5

6

7

8

9

10

11

12

Pkt.

15

12

10

9

8

7

6

5

4

3

2

1

Meistertitel

Für die Jahreswertung wird bei mehr als 6 durchgeführten Tageswertungen ein Streichresultat berücksichtigt. Der eingeschriebene Fahrer bzw. das Team mit der höchsten Punktezahl erhält den Titel „Deutscher Rallye-Meister 2012“. Das im Meisterschaftsstand bestplatzierte Team der Divisionen 3 bis 6 darf sich nach Saisonende über den Titel 'DRM-Sieger 2-WD 2012' freuen. Die punktbesten Fahrer in den Meisterschafts-Divisionen 1 bis 6 und den nationalen Divisionen 7 bis 9 erhalten den Titel ‚Sieger 2012 in der DRM Division 1 – 9'.

Reglement online

Für interessierte Leser stehen die wichtigsten Regelungen auch im Detail auf der Homepage der Rallye-DM abrufbereit. Unter www.rallye-dm.de findet sich in der Rubrik „Infos für Aktive“ der Download-Bereich, wo Rallye-Reglement und Meisterschaftsbestimmungen sowie die aktuelle Liste der eingeschriebenen (und damit punktberechtigten) Teams bereitstehen.