Die wichtigsten Rallye-Regeln

Die DRM (Deutsche Rallye-Meisterschaft) wird nach einem Reglement ausgetragen, das sich in der Praxis bewährt hat und das im Kern seit Jahren stabil bleibt. Mit ihm gelingt es, vom Allrad-Turbo bis hin zum agilen Kleinwagen die unterschiedlichsten Fahrzeuge in einem gemeinsamen Championat zusammenzufassen. Diese diffizile „Quadratur des Kreises“ wird durch das ausgeklügelte Regelwerk möglich, das richtungweisend ist: Die Asien-Pazifik-Meisterschaft hat Teile davon übernommen, und auch die Verantwortlichen in der Rallye-Weltmeisterschaft haben in den vergangenen Jahren Veränderungen eingeführt, die die gleiche Intention haben wie die DRM. Mit einem leichten Update des Reglements für die Saison 2010 wurden die bisherigen Regelungen konsequent weiter entwickelt und erneut an die aktuellen Bedürfnis der Aktiven angepasst.

Eckpunkte des Technischen Reglements

In der DRM ist eine Vielzahl attraktiver Fahrzeugklassen startberechtigt. Neben den klassischen Gruppe-N-Fahrzeugen (seriennah) und den verbesserten Gruppe-A-Fahrzeugen, die jeweils in Hubraumklassen eingeteilt wurden, sind in der DRM auch Dieselfahrzeuge und die spektakulären GT-Fahrzeuge schon seit Jahren erlaubt. Auch die zukunftsweisenden Fahrzeuge der FIA-Klassen Rallye Super 2000 und Rallye 1 bis Rallye 3 (kurz: R1 bis R3) sind schon seit Jahren in der DRM start- und punkteberechtigt.

Die R1-Fahrzeuge (Rallye 1A bis 1.400 ccm und Rallye 1B bis 1.600 ccm) sind seriennah aufgebaut. Die Renner in der R2-Kategorie sind – auf der Basis der Gruppe A – verbesserte Rallye-Fahrzeuge bis 1.600 ccm Hubraum. Deutlich mehr Technik wird in der Rallye-3-Klasse bis 2.000 ccm verbaut. Sie entspricht nicht ganz dem Leistungsstand der früheren Kit-Cars. Die sehr kostenintensiven WRC-Boliden sollen nach dem Willen der FIA ganz aus dem Rallyesport verbannt werden und dürfen bei DRM-Läufen schon seit 2009 nicht mehr starten.

Die Fahrzeuge der Teams aus den nationalen Gruppen F, H, G und AT-G durften immer schon an den Läufen zur DRM teilnehmen. Ab 2010 bekommen sie nun auch Meisterschaftspunkte. Sie werden in vier zusätzlichen leistungsgerecht zusammengefügten Divisionen (Divisionen 5 bis 8) zusammengefasst. Wie auch die um den DRM-Titel kämpfenden Teams aus den internationalen Gruppen innerhalb der Divisionen 1 bis 4 wird auch bei ihnen am Saisonende der Sieger der jeweiligen Division gekürt. Und das Beste daran: Diese Teilnehmer brauchen sich nicht einzuschreiben und müssen somit auch keine Einschreibegebühr zahlen.

Die Divisionen im Überblick

In der DRM wird der Meistertitel von den Piloten der Divisionen 1 bis 4 ausgefahren:

Division 1
In der „Königsklasse“ treten Kraftprotze wie der Porsche 911, Mitsubishi Lancer Evo oder Subaru Impreza gegeneinander an.
Zugelassen sind Fahrzeuge der Gruppen N über 2.000 ccm Hubraum mit Allradantrieb, die neuen Super-2000-Fahrzeuge mit Allradantrieb und Saugmotoren bis 2.000 ccm Hubraum sowie die spektakulären GT-Fahrzeuge (GT2 und GT3) der Gruppe A ohne Allradantrieb.
Division 2
Die Division 2 gehört den schnellen Rallye-Flitzern, wie sie etwa in der Junior-WM eingesetzt werden (Super-1600- und R3-Fahrzeuge).
Zugelassen sind hier Super-1600-Fahrzeuge, aus der Gruppe Rallye die Versionen R2C, R3C, R3T und R3D, Gruppe-A-Fahrzeuge über 1.600 ccm bis 2.000 ccm Hubraum und Gruppe-N-Fahrzeuge über 2.000 ccm ohne Allradantrieb.

Division 3
Diese Division wurde für reinrassige Privatiers auf seriennahen Fahrzeugen konzipiert. In der Vergangenheit wurde diese Kategorie vom Honda Civic Type R als typischem Vertreter dominiert, doch die R2-Fahrzeuge sind eine zunehmend ernsthafte Konkurrenz beim Kampf um den Divisionssieg.
Zugelassen sind Gruppe-N-Fahrzeuge über 1.600 ccm bis 2.000 ccm Hubraum, sowie Gruppe-A-Fahrzeuge über 1.400 ccm bis 1.600 ccm Hubraum inklusive R2B.

Division 4
Die Division der „großen Kleinen“ – hier finden sich typischerweise Markenpokal-Fahrzeuge wie der Suzuki Swift oder der nach wie vor populäre Citroen Saxo VTS. Diese Division kann den preiswerten Einstieg in die Rallye-Topliga ebnen.
Zugelassen sind Gruppe-N-Fahrzeuge bis 1.600 ccm Hubraum inklusive R1A und R1B, außerdem Gruppe A-Fahrzeuge bis 1.400 ccm Hubraum. Allrad-Antrieb und Turbomotoren sind verboten.

Divisionen 5 bis 8
In die drei nationalen Divisionen 5 bis 7 werden die Fahrzeuge der Gruppen F, H und G nach ihrer Leistungsfähigkeit absteigend eingeteilt. Die nationale Division 8 ist den AT-G-Fahrzeugen mit alternativen Treibstoffen vorbehalten.
Diese in der Saison 2010 neu eingeführten Divisionen wurden bewusst so gestaltet, dass die Hürde für den DRM-Einstieg möglichst niedrig liegt. So ist etwa eine Einschreibung nicht notwendig, und entsprechend entfällt für Piloten dieser Divisionen auch die Einschreibegebühr.

Noch mehr Chancengleichheit und Sicherheit

Zu den wichtigsten Änderungen im technischen Reglement der neuen DRM gehören Regelungen, die die Meisterschaft noch sicherer machen und den fairen sportlichen Wettbewerb weiter fördern. Unter dem Motto „safety first“ ist deshalb schon seit 2009 in den divisionen 1 bis 4  die Verwendung eines FIA-homolgierten Kopfrückhaltesystems – wie etwas HANS – vorgeschrieben. Zudem wurden klare Regeln zu Art und Kontrolle des verwendeten Kraftstoffs festgelegt, mit denen die Budgets geschont und gleichzeitig die Chancengleichheit erhöht werden soll.

Eckpunkte des sportlichen Reglements

Fünf Veranstaltungen zählen 2010 zur Deutschen Rallye-Meisterschaft. Die DRM-Events sind Rallyes mit jeweils einer Tageswertung, auch wenn sie an zwei unterschiedlichen Tagen ausgetragen werden. Das typische Veranstaltungsformat umfasst eine kurze erste Etappe am Freitagabend sowie einen langen Rallyetag am Samstag.

Die Punktevergabe

Punkte erhalten die in der DRM fest eingeschriebenen Starter für ihre Platzierung im Gesamtergebnis sowie für die Platzierung in ihrer Division

Um Chancengleichheit zwischen den einzelnen Divisionen zu erreichen, werden seit 2007 die Punkte für die Gesamtwertung in Relation zu den Divisionspunkten im Vergleich zu früheren Jahren deutlich reduziert. So haben auch Fahrzeuge aus kleineren Divisionen realistische Chancen auf Top-Platzierungen in der DRM-Gesamtwertung.

Starter, die nicht in der Meisterschaft eingeschrieben sind, beeinflussen die Punktevergabe auf zweifache Weise. Zum einen werden ihre Platzierungen bei der Punktevergabe berücksichtigt, eingeschriebene Teilnehmer rücken in der Punktewertung nicht auf. Zum zweiten werden Punkte in den einzelnen Divisionen nur dann vergeben, wenn in ihnen drei Fahrzeuge genannt wurden – unabhängig davon, ob es sich um eingeschriebene (und damit punktberechtigte) Teams handelt oder um nicht eingeschriebene Starter. Gehen in einer Division weniger als drei Teams an den Start, so werden für die Platzierung in der Division nur die Hälfte der Punkte vergeben.

In den nationalen Divisionen 5 bis 8 werden nur Punkte im Divisionsklassement vergeben. Auch hier gilt, dass bei weniger als drei Startern die Punktezahl halbiert wird. Gewertet werden alle Fahrer, die eine internationale oder national-A-Lizenz des DMSB haben. Fahrer anderer ASN erhalten keine Punkte, beeinflussen aber wie nicht eingeschriebene Starter in den Divisionen 1 bis 4 die Punktevergabe

Punkteschema für die Platzierung im Gesamtklassement
  1 - 2 - 3 - 4 - 5 - 6 - 7 - 8
10 - 8 - 6 - 5 - 4 - 3 - 2 - 1


Punkteschema für die Platzierung in der Division
 1  -  2 -  3  -  4  - 5 - 6 - 7 - 8 - 9 - 10
20 - 15 - 12 - 10 - 8 - 6 - 4 - 3 - 2 -  1

Meistertitel

Der eingeschriebene Fahrer, der nach fünf Veranstaltungen die höchste Punktezahl erreicht hat, erhält den Titel „Deutscher Rallye-Meister 2010“. Die punktbesten Fahrer in den Meisterschafts-Divisionen 1 bis 4 und den nationalen Divisionen 5 bis 8 erhalten den Titel ‚Sieger der Division 2010’. In den nationalen Divisionen werden nur Divisionspunkte vergeben. 

Reglement online

Für interessierte Leser stehen die wichtigsten Regelungen auch im Detail auf der Homepage der Rallye-DM abrufbereit. Unter www.rallye-dm.de findet sich in der Rubrik „Infos für Aktive“ der Download-Bereich, wo Rallye-Reglement und Meisterschaftsbestimmungen sowie die aktuelle Liste der eingeschriebenen (und damit punktberechtigten) Teams bereitstehen.

 
DRM-Stand 2010
1 Kahle/Göbel 106
2 Wallenwein Sandro/Poschner 92
3 Mysliwietz/Schumacher 91
4 Wallenwein,Mark/Kopczyk 89
5 Herbold/Zemanik
87
6 Mohe/Becker 83
7 Dobberkau/König 74
8 Stebani/Christian 53
9 Abendroth/Oschmann 52
10 Gaßner, Hermann
42

Alle Divisionen im Überblick

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