DMSB festigt Basis für Deutsche Rallye-Top-Liga

Die DRM (Deutsche Rallye-Meisterschaft) ist die „Bundesliga“ des Rallyesports. Hier treffen die besten Rallyepiloten der Republik aufeinander und messen sich traditionell immer wieder mit hochkarätigen ausländischen Startern. Diese Konstellation hat Tradition, und die Verantwortlichen des DMSB (Deutscher Motorsport Bund) sorgen immer wieder mit Feintuning im Reglement für ausgeglichene Chancen und eine große Bandbreite startberechtigter Fahrzeuge.

Zuletzt wurde die Meisterschaft im Jahr 2007 grundlegend umstrukturiert. Seitdem gibt eine bis dato nicht gekannte Ausgeglichenheit der Chancen. So fuhr 2009 Olaf Dobberkau im Porsche 911 GT3 als erster Pilot in der DRM-Neuzeit einen Rallyesieg mit einem heckgetriebenen GT-Boliden ein – über 25 Jahre nach dem letzten Porschesieg. Der Titel ging 2009 nach vielen spannenden Sekundenkämpfen jedoch an Hermann Gaßner junior (Mitsubishi Lancer), der damit seinen Vater vom Thron stieß, der 2007 und 2008 Meister geworden war. Ein Jahr später gelang Matthias Kahle sein bislang siebter Titel im Skoda Fabia S2000, im Jahr 2011 setzte sich Sandro Wallenwein durch – und sorgte damit für den vierten Titelträger in vier Jahren. So abwechslungsreich war die höchste Rallyeliga Deutschlands lange nicht mehr.

Teams gestalten das Reglement mit

Auch für 2012 wurden die technischen Rahmenbedingungen und der zukunftsorientierte Wertungsmodus weitgehend beibehalten. Das attraktive Reglement wurde lediglich einem Feinschliff unterzogen, bei dem viele Anregungen aus Kreisen der aktiven Teilnehmer aufgegriffen wurden. 2012 warten sieben anspruchsvolle Rallyes auf die Teams. Die Events wurden für sie noch kompakter, noch publikumsfreundlicher und noch günstiger. Die Einbeziehung des Deutschen WM-Laufes seit 2011 ermöglicht es den DRM-Aktiven außerdem, auch vor internationalem Publikum anzutreten. Für Fans und Fahrer aber ebenso wichtig: Auch weiterhin beleben Gaststarter und attraktive Rahmenserien die einzelnen Läufe. Gleiches gilt für die Fahrzeuge aus den nationalen Gruppen F, H, G und AT-G, die als Tummelplatz der Amateurteams eine Bereicherung des Starterfeldes darstellen. Seit 2010 bekommen die Teams dieser Kategorien auch Meisterschaftspunkte. Sie ermitteln innerhalb von drei zusätzlich eingerichteten Divisionen den jeweiligen DRM-Divisions-Sieger. So wird weiter daran gearbeitet, die Meisterschaft zu einem Championat zu entwickeln, das für Fahrer, Fans, Organisatoren und Sponsoren gleichermaßen attraktiv ist.

Imposante Bandbreite zugelassener Fahrzeuge

Auch in den Top-Divisionen der DRM ist die Bandbreite der zugelassenen Fahrzeuge imposant. Mit der Überarbeitung des DRM-Reglements für die Saison 2007 übernahm der DMSB in Europa eine Vorreiter-Rolle. Seither sind die seit der Saison 2008 bei der FIA eingeführten Fahrzeuggruppen Rallye 1 bis Rallye 3 (kurz: R1 bis R3) punktberechtigt. Ähnlich ist es mit der Fahrzeugkategorie „Rallye Super 2000“, die seit 2007 in der Welt- und Europameisterschaft eingesetzt werden kann. Auch diesen attraktiven Fahrzeugen bot die DRM als erste nationale Serie eine Heimat. Offen ist das Reglement außerdem weiterhin für zwei besonders attraktive Fahrzeuggruppen: Die GT2- und GT3-Fahrzeuge fighten in der Division 1 mit den neuen Super2000-Boliden. Die Wertung für Dieselfahrzeuge unterstreicht die wichtige Bedeutung der Turbo-Selbstzünder auf dem Pkw-Markt.

Offene Bühne

Bei allen Neuerungen im Championat bleibt eine Eigenschaft der DRM erhalten: Die Meisterschaft präsentiert sich als offene Bühne mit größter Nähe zwischen Fans und Aktiven. Wohl nirgendwo sind die besten Rallyepiloten der Republik sonst im wahrsten Sinne des Worts greifbar nahe. Und auch in Zukunft ist es das erklärte Ziel aller Organisatoren und Aktiven, dieses besondere Flair zu erhalten und zu fördern. Wer im DRM-Servicepark seine Runde macht, der erlebt Motorsport hautnah. Autogrammwünsche, Benzingespräche und Erinnerungsfotos mit Fahrern sind an der Tagesordnung. Ganz ähnlich am Rand der Wertungsprüfungen: Wer dort zum ersten Mal einen Zuschauerpunkt ansteuert, wird nicht nur über die Eintrittspreise staunen, die meist weit unter dem liegen, was in anderen Sportarten üblich ist. Auch das Publikum ist außergewöhnlich fachkundig und freundlich. Wer fragt, findet fast immer Fans, die nicht mit Tipps und Infos geizen – herzlich willkommen beim Motorsport zum Anfassen.